Wir freuen uns, dass die Gemeindevertretung Liederbach am 21.01. und 18.02. beschlossen hat, ein Grundstück im Quartier Mixte an REWE zu verkaufen. Eine qualitative Verbesserung der Einkaufssituation in Liederbach kann nur mit einem modernen Neubau des REWE-Markts im Quartier Mixte (unter Aufgabe des bisherigen Standortes) erreicht werden. Einen Getränke- oder Tierbedarfsmarktmarkt am momentanen REWE Standort, der zusammen mit diesem Umzug geplant wird,  begrüßen wir ausdrücklich.

Es wurde bereits viel über diese Entscheidung diskutiert, daher möchten wir hier noch einmal die zentralen Fragen beantworten. Dazu verweisen wir auch auf einige Beratungsunterlagen aus der öffentlichen Sitzung der Gemeindevertretung vom 18.02.2021.

Frage:

Hätte im Quartier Mixte ein anderer Supermarkt (Vollversorger) angesiedelt werden könnten?

Antwort: 

Nein – Der Regionale Flächennutzungsplan legt fest, dass es in Liederbach (und vergleichbaren Klein- und Unterzentren) nur einen einzigen Vollversorger wie REWE, Edeka, tegut o. ä. geben kann. 

Zitat Verbandsdirektor Horn aus dem Höchster Kreisblatt vom 08.02.: “Wenn der vorhandene Markt schließt, kann ein neuer öffnen, wenn die Verkaufsflächen und die Auswirkungen verträglich sind. (…) Solange der vorhandene Rewe-Markt vor Ort ist, wäre wegen der zu erwartenden Auswirkungen kein weiterer Lebensmittel-Vollversorgermarkt zulässig.” 

Änderung des  Regionalen Flächennutzungsplans – Nahversorgung Quartier Mixte (insb. Seiten 12-14) – www.region-frankfurt.de/media/custom/3255_1290_1.PDF?1608533532

Frage:

Wurden die Gemeindevertreter nicht ausreichend über dieses Vorhaben informiert und hätte das Grundstück nicht ausgeschrieben werden müssen?

Antwort: 

Das Ziel, einen modernen Supermarkt im Quartier Mixte anzusiedeln, ist lange bekannt und wird seit 2016 diskutiert (siehe Chronologie 2016-2021 – Teil der Sitzungsunterlagen vom 18.02.).

Genau so war klar, dass dies nur mit REWE als Partner funktioniert, da REWE den gut besuchten Supermarkt an der Höchster Straße nicht aufgeben will (siehe vorherige Antwort). Da eine zeitgemäße Modernisierung des bestehenden Supermarkts nicht möglich ist (REWE ist nur Mieter), hat REWE ein großes Interesse an einem Neubau in Liederbach. Eine Ausschreibung hätte dann Sinn gemacht, wenn die Gemeinde  allgemein Einzelhandel hätte ansiedeln wollen (darunter fällt z.B. auch ein Autohaus) und nicht speziell einen Supermarkt / Vollversorger.

Frage:

Ist der Verkaufspreis zu niedrig?

Antwort: 

Der Verkaufspreis kann nicht mit Grundstückspreisen für (mehrgeschössigen) Wohnraum verglichen werden, diese sind generell höher. Zudem läuft eine Hochspannungsleitung über das Gebiet, welche die Nutzung einschränkt. Da das Ziel war, hier einen Vollversorger anzusiedeln, wurden keine Angebote von anderem Einzelhandel, wiederum z.B. Autohaus, angefragt. Trotz Kontakten, gab es bis zu der Entscheidung der Gemeindevertretung, das Gebiet an REWE zu verkaufen, keine anderen Angebote. Nach dem Beschluss der Gemeindevertretung vom 21.01. gab es überraschend neue Interessensbekundungen einer Projektentwicklungsgesellschaft. Diese scheinen der Grund für die von FWG und FDP beantragte Sondersitzung am 18.02. gewesen zu sein. Der Antrag zur Sondersitzung erfolgte überraschenderweise zeit- und inhaltsgleich mit der zweiten Interessensbekundung der Projektentwicklungsgesellschaft (siehe Chronologie vorherige Antwort).

Bei einem direkten Vergleich, inklusive Erschließungskosten, ist das Angebot der Projektentwicklungsgesellschaft für die Gemeinde aber nicht attraktiver gewesen (siehe nachfolgender Angebotsvergleich – Teil der Sitzungsunterlagen vom 18.02.).

Der Gemeindevertreter Kandziorowsky berichtete in der Gemeindevertretungssitzung, er selbst hätte vom Projektentwickler noch bessere Angebote bzw. Konkretisierungen bekommen (dieser Vorgang und der zeitliche Ablauf erstaunten uns sehr und stellen generell auch die Seriosität in Frage). Diese Angebote sind der Gemeinde aber nicht bekannt.

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